Die Bruststraffung ist nach der Brustvergrößerung die meisten nachgefragte Brustkorrektur OP in meiner Klinik. Nach Schwangerschaft, mit zunehmendem Alter oder nach starker Gewichtsabnahme kann die Brust an Festigkeit verlieren und aus der Form geraten. Eine Bruststraffung (Mastopexie) in Kombination mit einem Silikon Implantate ist oft die einzige Möglichkeit, wieder zu einem ästhetischen Dekolleté zu gelangen (Mastopexie + Mamma-Augmentationsplastik). In letzter Zeit wird bei einem solchen Kombinationseingriff vermehrt nach dem Einsatz eines „inneren BHs“ gefragt. Die Inner-Bra Methode gibt es zwar schon seit 1989, scheint aber aktuell wieder ein Revival zu erleben. Denn was letztendlich die Brust bei jedem kosmetischen Eingriff hält, ist die Qualität des Gewebes der Patientin und da ist die Idee eines zusätzlichen Stützgewebes natürlich verführerisch. Bei dieser Methode werden Netze zwischen der äußeren, intakten Hauthülle und der entepithelisierten inneren Schicht platziert. Dadurch soll die Position der Drüse postoperativ beibehalten und Gewebefixierung, also die Position der Brust, erleichtert werden. Wer jeoch schon einmal einen trägerlosen bzw. rückenfreien BH getragen hat, ahnt dass dieses Verfahren schnell an seine Grenzen stößt. Das zusätzliche Gewicht des des Netzes wird mittelfristig das Brustgewebe beanspruchen und den Straffungseffekt kontrakarieren. Zudem erhöht der zusätzliche Fremdkörper das Komplikationsrisiko und kann die Wundheilung verlängern. Aus diesen Gründen setzte ich solche Netze nur bei einer medizinischen Indikation ein (z.b.krankhafte Gewebeschwäche, abnormale Gewichtsverlust), wenn der Mehrwert dieser Methode das erhöhte Komplikationsrisiko rechtfertigt.

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