Lipödem-Liposuktion
wenn Diät und Sport keine Lösung sind.

Lipödem: Infos auf einen Blick

Dauer der OP2-3 Stunden
NarkoseVollnarkose
Klinikaufenthalt1 - 2 Übernachtung stationär
Nach der OP6 Wochen müssen Kompressionswäsche und Mieder getragen werden und körperliche Anstrengung und Sport sind für 3 Monate tabu
RisikenUnregelmäßigkeiten, ungenügende Hautschrumpfung, Narben, Blutergüsse, Thrombose Gefahr, Taubheitsgefühl
GesellschaftsfähigArbeitsfähig nach 7 Tagen
Kostenab 9.800 € pro Region

Das Lipödem wird häufig falsch verstanden – und noch häufiger falsch behandelt. Betroffene Frauen hören jahrelang, sie sollten mehr Sport machen oder weniger essen. Das krankhafte Fettgewebe reagiert darauf nicht. Es wächst unabhängig vom Körpergewicht, verursacht Schmerzen und Schweregefühl – und lässt sich nur auf einem einzigen Weg dauerhaft reduzieren: operativ.

Ich bin Dr. Juliane Bodo, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin-Charlottenburg. Seit vielen Jahren behandle ich Frauen mit Lipödem – in meiner eigenen konzessionierten Privatklinik, mit einem ausschließlich weiblichen Team. Ich kenne die Erkrankung, und ich kenne die Geschichte, die die meisten meiner Patientinnen mitbringen, wenn sie das erste Mal zu mir kommen. Hier muss nichts erklärt oder gerechtfertigt werden.

Was ist ein Lipödem und wie entsteht es?

Das Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung, von der fast ausschließlich Frauen betroffen sind. Das Besondere daran: Das krankhafte Fettgewebe lässt sich weder durch Diät noch durch Sport beseitigen. Es wächst unabhängig vom Körpergewicht, verursacht Druck- und Spontanschmerzen und schränkt viele Betroffene erheblich in ihrer Bewegungsfreiheit ein.

Besonders belastend ist die gesellschaftliche Dimension. In einer Welt, in der Körperfett fast ausschließlich mit mangelnder Disziplin gleichgesetzt wird, tragen Frauen mit Lipödem eine doppelte Last. Die Erkrankung ist für andere unsichtbar – und doch allgegenwärtig für die Betroffene. Viele meiner Patientinnen berichten, dass sie jahrelang keine Diagnose erhalten haben oder schlicht nicht ernstgenommen wurden.

Für wen ist die Behandlung geeignet?

Die Lipödem-Liposuktion kommt für Frauen in Frage, bei denen ein Lipödem klinisch gesichert ist. Ich biete keine Lipödem-Erstdiagnose an – der Befund muss vor einer operativen Planung zweifelsfrei vorliegen. Geeignete Kandidatinnen sind:

  • Frauen, bei denen Kompressionstherapie und Lymphdrainage keine ausreichende Linderung mehr bringen
  • Patientinnen mit stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit durch den Befund
  • Frauen mit erheblichem Leidensdruck, auch in frühen Stadien

Typische Symptome

Das Lipödem beginnt meist schleichend – häufig in der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Oberschenkel, Hüften oder Oberarme werden dicker, während Taille und Bauch normalgewichtig bleiben. Typische Beschwerden sind:

  • Druckschmerz im betroffenen Gewebe – schon leichte Berührung kann schmerzen
  • Spontanschmerzen in fortgeschrittenen Stadien, ohne äußeren Auslöser
  • Schweregefühl in den Beinen, besonders gegen Abend
  • Hämatome, die leicht und ohne erkennbaren Grund entstehen
  • Ödembildung mit zunehmender Schwellung im Tagesverlauf
  • Psychische Belastung – Scham, sozialer Rückzug, eingeschränkte Kleidungswahl

Diese Symptome sind keine Einbildung. Sie sind biologisch begründet und haben nichts mit Überernährung oder fehlender Bewegung zu tun.

Diagnose und Stadien

Eine Lipödem-Diagnose basiert auf dem klinischen Befund. Eine erfahrene Ärztin kann das Lipödem in der Regel im persönlichen Gespräch und bei der körperlichen Untersuchung einordnen. Wichtige Untersuchungsschritte sind:

  • Beurteilung von Fettverteilung, Symmetrie und Druckschmerz
  • Stemmer’sches Zeichen zum Ausschluss eines Lymphödems
  • Anamnese zu Beginn der Erkrankung, familiärer Häufung und hormonellen Auslösern
  • Differentialdiagnose: Abgrenzung von Übergewicht und Lipo-Lymphödem

Das Lipödem wird in fünf Typen eingeteilt

  • Typ 1 – Gesäß und Hüften (Reiterhose)
  • Typ 2 – zusätzlich Knieregion
  • Typ 3 – bis zu den Knöcheln (Säulenbeine)
  • Typ 4 – zusätzlich Oberarme
  • Typ 5 – bis in Hände und Füße

Ablauf und Methoden

Die Lipödem-Liposuktion ist die einzige Methode, die das krankhafte Fettgewebe dauerhaft reduziert. In meiner Klinik führe ich ausschließlich gewebeschonende Techniken durch.

Wasserstrahlassistierte Liposuktion (WAL)

Bei der WAL – auch body-jet®-Verfahren – werden die Fettzellen durch einen pulsierenden Wasserstrahl sanft aus dem Gewebeverband gelöst, bevor sie abgesaugt werden. Das umliegende Gewebe – Nerven, Blutgefäße, Bindegewebe – bleibt dabei weitgehend intakt. Das bedeutet: weniger Schwellungen, schnellere Heilung und gleichmäßigere Ergebnisse.

Vibrationsassistierte Liposuktion (VAL)

Die VAL arbeitet mit einer leicht oszillierenden Kanüle, die das Fettgewebe mechanisch löst. Bei ausgeprägten Befunden oder bestimmten Körperregionen kann die VAL die bessere Wahl sein – beide Techniken lassen sich auch kombinieren.

Pro Eingriff können bis zu 6 Liter Fettgewebe entfernt werden. Bei ausgeprägtem Befund an mehreren Körperstellen sind in der Regel zwei oder mehr Eingriffe im Abstand von einigen Monaten notwendig. Behandelt werden je nach Befund:

  • Oberschenkel innen und außen
  • Knieregion
  • Unterschenkel und Knöchel (ab Typ 3)
  • Hüften und Gesäß
  • Oberarme (ab Typ 4)

Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt mit einem stationären Aufenthalt von einer bis zwei Nächten in meiner Privatklinik.

Vorbereitung auf den Eingriff

  • Blutverdünnende Medikamente (z. B. Aspirin, Ibuprofen) mindestens zehn Tage vorher absetzen
  • Ab Mitternacht vor dem Eingriff: kein Essen, keine Flüssigkeit
  • Nikotin mindestens vier Wochen vorher aufgeben – Rauchen beeinträchtigt die Wundheilung erheblich
  • Kompressionswäsche vorab beschaffen – sie wird unmittelbar nach dem Eingriff benötigt
  • Begleitperson für den Heimtransport und die ersten Tage danach einplanen

Nachsorge & Erholung

  • Kompressionswäsche: 6 Wochen konsequent tragen – tag und nacht
  • Körperliche Schonung: Kein Sport, keine schweren Lasten für mindestens 3 Monate
  • Arbeitsfähigkeit: Bei sitzenden Tätigkeiten meist nach 5–7 Tagen
  • Endgültiges Ergebnis: Nach 6–12 Monaten vollständig sichtbar, wenn alle Schwellungen abgeklungen sind

Ich begleite meine Patientinnen persönlich durch den gesamten Heilungsverlauf – mit Nachsorgeterminen in meiner Klinik.

Risiken & mögliche Komplikationen

Wie bei jedem operativen Eingriff können auch bei der Lipödem-Liposuktion Komplikationen auftreten:

  • Schwellungen und Blutergüsse: Normal nach dem Eingriff, klingen innerhalb weniger Wochen ab
  • Taubheitsgefühle: Im behandelten Bereich vorübergehend möglich, bilden sich meist von selbst zurück
  • Konturunregelmäßigkeiten: Selten – gewebeschonende Techniken wie WAL und VAL reduzieren dieses Risiko erheblich
  • Ungenügende Hautschrumpfung: Abhängig von Hautelastizität und Befundgröße
  • Thrombose: Statistisch geringes Risiko, das im Aufklärungsgespräch ausführlich besprochen wird
  • Narbenbildung: An den Einstichstellen der Kanülen – in der Regel sehr unauffällig

Der stationäre Aufenthalt in meiner Privatklinik ermöglicht eine medizinisch betreute erste Nacht nach dem Eingriff.

Kosten der Lipödem-Liposuktion in Berlin

  • Ab 9.800 € pro behandelter Region
  • Bei mehreren betroffenen Regionen sind in der Regel mehrere Eingriffe notwendig – die Gesamtkosten variieren je nach individuellem Befund
  • Gesetzlich Versicherte mit gesicherter Diagnose ab Stadium 3 können einen Antrag auf Kostenübernahme bei ihrer Krankenkasse stellen

Im persönlichen Beratungsgespräch in meiner Privatklinik erstelle ich einen auf Ihre Situation zugeschnittenen Behandlungsplan mit klarer Kostenaufstellung

Häufige Fragen zum Lipödem und zur Lipödem-Liposuktion in Berlin.

Beim Lipödem handelt es sich um eine krankhaft veränderte Fettverteilung – nicht um ernährungsbedingtes Übergewicht. Das entscheidende Merkmal: Das Lipödemfett ist druckschmerzhaft und sitzt fast ausschließlich an Beinen, Hüften und ggf. Armen, während Taille und Bauch schlank bleiben. Normales Fettgewebe ist nicht druckempfindlich. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist die sogenannte Manschette: Das Lipödemfett hört scharf an den Knöcheln oder Handgelenken auf. Diät und Sport haben keinen nennenswerten Einfluss auf das Lipödemfett – das ist der zentrale Unterschied zu Adipositas.

Nein – Sport und Diät können zwar allgemeines Körpergewicht reduzieren und die Lebensqualität verbessern, das krankhafte Lipödemfett jedoch nicht beseitigen. Das liegt daran, dass es sich beim Lipödem um pathologisch verändertes Fettgewebe handelt, das sich anders verhält als normales Fettgewebe. Viele Betroffene haben jahrelang versucht, durch Ernährungsumstellungen und Bewegung das Lipödem zu behandeln – ohne Erfolg. Das ist kein persönliches Versagen, sondern eine biologische Tatsache.

Die Entscheidung für eine operative Behandlung hängt vom individuellen Leidensdruck ab – nicht von einem bestimmten Stadium. Viele Patientinnen entscheiden sich für eine Liposuktion, wenn konservative Maßnahmen wie Kompressionstherapie und Lymphdrainage die Beschwerden nicht mehr ausreichend lindern, wenn die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt ist, oder wenn die psychische Belastung durch die Erkrankung erheblich ist. Es gibt kein ‚zu früh‘ und kein ‚zu spät‘ – wir besprechen gemeinsam, was für Sie persönlich sinnvoll ist.

Das hängt vom Ausmaß des Befundes und den betroffenen Regionen ab. Bei einem ausgeprägten Lipödem an mehreren Körperstellen sind in der Regel zwei bis drei Eingriffe im Abstand von einigen Monaten nötig. Pro Sitzung können wir bis zu 6 Liter Fettgewebe entfernen. Im Beratungsgespräch erstellen wir gemeinsam einen realistischen Behandlungsplan – mit klarer Priorisierung, welche Region zuerst angegangen wird.

Wir führen die Lipödem-Liposuktion in Vollnarkose durch. Das gewährleistet maximalen Komfort während des Eingriffs und gibt uns die nötige Zeit, um gründlich und präzise zu arbeiten – ohne Zeitdruck durch eine nachlassende lokale Betäubung. In der Regel ist eine Übernachtung in unserer Klinik vorgesehen, damit die ersten Stunden nach dem Eingriff medizinisch betreut verlaufen.

Nach der Operation tragen Sie für ca. 6 Wochen Kompressionswäsche und Mieder – tag und nacht. Das unterstützt die Hautschrumpfung und verhindert Schwellungen. Körperlich anstrengende Tätigkeiten und Sport sind für 3 Monate zu meiden. Viele Patientinnen sind bereits nach 1 bis 5 Tagen arbeitsfähig bei sitzenden Tätigkeiten. Das endgültige Ergebnis ist in der Regel nach 6 bis 12 Monaten vollständig sichtbar, wenn alle Schwellungen abgeklungen sind.

Ja – die entfernten Fettzellen wachsen nicht nach. Das Ergebnis ist dauerhaft, sofern das Körpergewicht stabil bleibt. Das bedeutet nicht, dass das Lipödem geheilt ist – die Neigung zu krankhafter Fetteinlagerung bleibt bestehen. Aber in den behandelten Regionen ist das krankhafte Gewebe dauerhaft reduziert. Viele Patientinnen berichten, dass sie nach der Behandlung zum ersten Mal seit Jahren wieder schmerzfrei sind und sich frei bewegen können.

Die Kosten beginnen ab 9.800 Euro pro Region. Da das Lipödem in der Regel mehrere Körperregionen betrifft und häufig mehrere Eingriffe notwendig sind, variieren die Gesamtkosten je nach individuellem Befund erheblich. Im Beratungsgespräch in unserer Privatklinik in Berlin-Charlottenburg erstellen wir einen auf Sie zugeschnittenen Behandlungsplan mit transparenter Kostenaufstellung.

Autorisiert durch Dr. Juliane Bodo

zuletzt aktualisiert am 20.04.2026

Bewertungen unserer Patienten